Svens Top 10-Alben 2006
Puh, dieses Jahr fällt mir die Wahl besonders schwer …
Ich spare mir diesmal die Einleitung und starte für unsere 9 Leser gleich durch. Nur eins noch: Was für ein musikalisches Jahr!
01. Clipse »Hell Hath No Fury« (US)
Oh mein Gott, auf keine Platte hab ich mehr gewartet als auf die neue Clipse! Die Veröffentlichung der Vorabsingle »Mr. Me Too« lag weit vor dem Release und machte das Warten nur noch schlimmer. Das Stück hat mich komplett verrückt gemacht – Wahnsinn! Und noch immer kann ich mir das zehn mal hintereinander anhören, ohne dass es mich auch nur im Ansatz nervt.
»Mr. Me Too« gehört immer noch zu den besten Stücken auf der Platte, doch wie will man die ernsthaft ausmachen, wenn die ganze Platte nur aus Hits besteht? »Wamp Wamp«, »Hello New World«, »Keys Open Doors«, »Trill«, »Chinese New Year« … anhören … immer … wieder …
02. Snow Patrol »Eyes Open« (GB)
Ja, da ist es wieder, das ganz große Gefühl! Snow Patrol haben mich. Große Melodien, ganz große Melodien. Manchmal zu groß, um es überhaupt aushalten zu können – »Set The Fire To The Third Bar« ist so ein Stück. Na gut, ohne Martha Wainwright wär das wahrscheinlich nur halb so schön, aber dass sie dabei ist, zeigt, dass Snow Patrol genau wissen, was sie machen. Danke.
03. Thom Yorke »The Eraser« (GB)
Was mit Radiohead nicht (mehr) geht, muss halt ohne Radiohead gehen: Ein komplett elektronisches Album, vertrackt, beklemmend, verstörend, hypnotisch, funky, schön.
Ich glaube, keiner bekommt es so gut hin, aus Klangfragmenten so bezaubernde epische Melodien zu zaubern. Nicht falsch verstehen, das letzte Radiohead-Album zählt für mich zu den besten ihres bisherigen Schaffens, aber Thom alleine reicht eigentlich.
04. Young Jeezy »The Inspiration« (US)
Diesen Mann aus Georgia habe ich erst im Spätsommer 2006 entdeckt. Sein 2005 erschienenes Debütalbum »Let’s Get It: Thug Motivation 101« hat mich sofort fasziniert. Umso erfreulicher, dass 2006 gleich »The Inspiration« folgte. Fast ausschließlich Synthie-Beats, allesamt genauso größenwahnsinnig wie Jeezy selbst. Die Zusammenarbeit mit Timbaland ist aber schlichtweg der Burner. Würde man »Mr. Me Too« und »3 A.M.« in ein Celebrity Deathmatch schicken, ich wüsste nicht auf wen ich halten sollte.
05. Amy Winehouse »Back To Black« (GB)
Wie kann ich die Musik von Amy eigentlich am besten beschreiben? Retro-Soul? R’n’B? Da kommt eine Menge zusammen: Jazz, Soul, Hip-Hop … und, oh my god, diese wahnsinnig geile Stimme. Ein bisschen dreckig, voller Volumen und Tiefe. Für mich die Entdeckung des Jahres! Kaum zu glauben, dass die Frau erst 23 ist. Nicht auszudenken, was da noch alles kommen mag! »Back To Black« ist übrigens schon Album Nummer zwei und ohne Zweifel besser als ihr Debütalbum. Allerdings war »Frank« auch nicht viel schlechter, nur eben experimenteller und noch etwas suchender.
06. Lupe Fiasco »Food And Liquor« (US)
Yeah, Hip-Hop-Wunderkind 2006! Der skatende Nerd aus Chi-Town hat mit »Food And Liquor« ein Album herausgebracht, was an Frische und Flow nur so strotzt. Kritisch-persönliche Texte und soulige Beats machen es zu einem äußerst angenehmen Hörvergnügen. Anspieltipps hier: »Just Might Be OK«, »Kick, Push«, »Hurt Me Soul« und »American Terrorist«.
07. Dert »Sometimes I Rhyme Slow« (US)
Topf auf, José Gonzáles Gitarrenspiel, eine handvoll der besten MCs und ein paar von den eignen Beats rein, kurz aufkochen lassen, abschmecken, fertich. Hammer Album! Alles passt hier wie Arsch auf Eimer und man kann sich nach einer Weile gar nicht mehr vorstellen, wie die Original-Stücke eigentlich klangen. SO sollten sie nämlich klingen!
08. Sean Lennon »Friendly Fire« (US)
Vor 9 Jahren fiel mir Sean Lennon zum ersten mal auf, und zwar mit der Single »Home« von seinem Debütalbum »Into The Sun« – Fantastisch! Danach haben wir uns aus den Augen verloren. »Friendly Fire« schließt sich aber für meine Begriffe an die Atmosphäre von »Home« an, allerdings deutlich akzentuierter und ruhiger. Die Melodien sind süßer geworden, die Gitarren entspannter und Seans Stimme klingt noch besser. Ganz der Vater …
09. Anna Ternheim »Somebody Outside« (SE)
Anna Ternheim gehört neben Amy Winehouse zu den Frauen des Jahres 2006. Eine sexy Stimme, in deren englischem Gesang das Schwedische sehr apart mitschwingt und auch hier wieder überragende Melodien. Das ist was für zuhause alleine oder mit einem lieben Menschen zu zweit unter der Decke. Manchmal verirrt sich auch eine Träne auf die Wange. Hachja.
10. The Weepies »Say I Am You« (US)
Ah, die Weepies. Ein Mann (Steve Tannen), eine Frau (Deb Talan), zwei Akustikgitarren, ruhiger harmonischer Gesang und jaaaaaaa, wundervolle, positiv-melancholische Melodien, die einen irgendwie an den Frühling denken und die Sonne sehen lassen.
Sven Hofmann
Svens Top 10-Alben 2004 (10.01.2005)